Desinfektion im Bad

Die Corona-Krise hat auch unseren Blick auf Hygiene sensibilisiert. Einkaufswagen, Türgriffe, Auslagen und vor allem Schultoiletten hatten da definitiv Nachholbedarf. Aber das eigene Bad? Hier muss sich sicher niemand verrückt machen (lassen).

Viele kennen den Vergleich von Klobrille und Spüllappen. Dieser geht in den meisten Fällen zugunsten der Klobrille aus, denn auf ihr sitzen weit weniger Keime als auf dem Küchentuch. Deshalb ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln gerade im Bad auch eher unnötig. Die klassische Reinigung mit warmem oder heißem Wasser und einem passenden Badreiniger reichen völlig. Für Kalkflecken auf den Armaturen in der Dusch- oder Badewanne ist außerdem ein Essigreiniger die optimale Lösung. Dazu helfen Lüften und Heizen, damit die gesamte Badumgebung permanent trocken ist.

Solange keine Infektionskrankheiten wie Salmonellen im Haushalt vorherrschen, haben Desinfektionsmittel – in welchen Varianten und Duftnoten sie uns seit Beginn der Corona-Pandemie auch immer angeboten werden – im Badezimmer keine nennenswerte Aufgabe. Im Gegenteil: Als Spray können sie sogar unseren Atemwegen schädigen und landen dabei noch nicht einmal wirklich da, wo sie hinsollen.

Desinfektion im Bad

Schädliche Reinheit

Mit dem Coronavirus kamen Desinfektionsmittel in großen Mengen in unser Leben. Doch im Haushalt sind sie meist überflüssig und im schlimmsten Fall sogar schädlich. Zuhause reicht normales Putzen! Es sei denn, ein Arzt rät Ihnen etwas anderes oder das Gesundheitsamt schreibt es vor. Desinfektionsmittel aus Druck-Spraydosen können laut der Verbraucherzentrale Hamburg durch ihre feine Tröpfchenform sogar bis in die oberen und unteren Atemwege gelangen und Reizungen und Hustenanfälle hervorrufen.

Umweltbundesamt wie Robert Koch-Institut sehen den Einsatz von Desinfektionsmitteln in Privathaushalten als nicht erforderlich an. Vor allem, weil sie Mensch und Umwelt belasten. Deshalb gilt: besser darauf verzichten.

Nur von kurzer Dauer

Desinfektionsmittel zerstören das empfindliche Gleichgewicht bestimmter Pilz- und Bakterienstämme, die das natürliche Umfeld von Menschen und in den menschlichen Organismus gehören. Sie können sogar dazu führen, dass Bakterien Resistenzen gegenüber Antibiotika entwickeln. Zu viel Hygiene kann Menschen mit empfindlicher Haut schaden. Schon regelmäßiges Händewaschen mit normaler Seife strapaziert den Schutzmantel der Haut. Die in den Desinfektionsmitteln enthaltenen Alkohole strapazieren den Schutzfilm zusätzlich. Trotzdem zum Schluss hier noch ein paar Tipps für ein hygienisch reines Bad:
  • Alle drei Tage ein frisches Handtuch. Dann sollten sie mit höchstens 60 Grad in die Waschmaschine. Aus Hygienegründen genügen normalerweise schon 40 Grad. Die Tenside der Waschmittel lösen Bakterienhüllen sogar in kaltem Wasser auf.
  • Alle drei Monate eine neue Zahnbürste. nach dem Zähneputzen den Bürstenkopf unter heißem Wasser ausspülen und so aufbewahren, dass die Borsten an der Luft trocknen können.
  • Haarbürste oder Kamm einmal pro Woche mit Shampoo und heißem Wasser reinigen.
  • Wenn eine Dusche länger nicht benutzt wurde, einfach ein paar Minuten heißes Wasser durchlaufen lassen. Dazu kann man den Duschkopf auch vorher einfach in Essigwasser legen. Das beseitigt dann auch Verkalkungen.